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Kamakura

1192 bestimmte der erste Shogun Minamoto Yoritomo Kamakura zum Sitz seiner Regierung. Aus dem Fischerdorf wurde über Nacht die Hauptstadt Japans bis 1333. Bis 1573 war es Sitz der Regierung Ost-Japans, dann durfte der Ort wieder ein Fischerdorf werden. Den Untergang in Schutt und Asche von 1333 im Bürgerkrieg und das große Beben von 1923 haben nur der große Buddha und die Reliquienhalle des Engaku-ji überlebt. Eine Reihe bedeutender Tempel ist aber immer wieder aufgebaut worden. Der Zen-Buddhismus erlebte seine erste Blüte in der Kamakura-Zeit, und einige der wichtigsten Zen-Tempel wurden hier gebaut.

Anreise

Von Tokyo aus mit der Yokosuka-Linie in 55 Minuten für 880¥ bis Kita Kamakura. Beim Bahnhof sollte man sich gleich einen illustrierten Plan von Kamakura kaufen.

Sehenswürdigkeiten

Am besten beginnt man etwas nördlich in Kita-Kamakura mit dem Besichtigen von Tempeln bevor man zum großen Buddha geht.

Engaku-ji

Der Engaku-ji ist nach dem Verlassen der Kita Kamakura Station auf der linken Seite. Er ist einer der fünf großen Rinzai Tempel in Kamakura. Die Rinzai Schule verwendet Rätsel und paradoxe Fragen, um Erleuchtung zu erlangen, während sich die Soto Schule ausschließlich auf Meditation verläßt. Der Tempel wurde 1282 gegründet, doch nur das San-mon ist wirklich alt (1780 rekonstruiert). Nach dem Treppenaufgang kommt man zur Engaku-ji Glocke, die 1301 gegossen wurde und die größte Glocke Kamakuras ist. Die Haupthalle ist eine Rekonstruktion aus den 60ern. Der Tempel ist von April bis September täglich von 8 bis 17 Uhr geöffnet. Im Rest des Jahres bis 16 Uhr. Der Eintritt beträgt 200¥.

Tokei-ji

Dieser Tempel liegt gegenüber dem Engaku-ji. Seine Anlagen sind genauso berühmt wie seine Gärten. An Wochentagen, wenn nur wenige Besucher da sind, ist es ein sehr friedlicher Ort. Historisch ist dieser Tempel ein Zufluchtsort für Frauen gewesen. Nach drei Jahren waren sie offiziell geschieden. Heute gibt es keine Nonnen mehr hier. Eintritt 50¥, tägl. 8:30-17h.

Jochi-ji

Nach nur wenigen Minuten kommt man an den Jochi-ji. Auch dieser Tempel ist sehr schön angelegt. Er wurde 1 283 gegründet und zählt zu den fünf großen Zen Tempeln Kamakuras. Eintritt 100¥, 9-16:30h.

Kencho-ji

Dieser Tempel ist der wichtigste Zen Tempel Kamakuras. Er ist immer noch in Benutzung. Die Buddhahalle wurde 1 647 erbaut. Die Halle der Gesetze wird für Zazen Meditation benutzt. Weiter hinten liegt die Drachenkönig Halle, ein Gebäude im chinesischen Stil. Die Tempelglocke ist die zweitgrößte in Kamakura und ein Nationaler Schatz. Eintritt 200¥, tägl. 9-16:30h.

Enno-ji

Gegenüber dem Kencho-ji liegt dieser Tempel, der eine Sammlung der Richter der Hölle enthält. Das Konzept von Himmel und Hölle wurde mit der Schule des Reinen Landes wichtig. Der Tempel ist täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Hachiman-gu

Ein Stück weiter an der Straße liegt der Hachiman-gu, ein Schrein, der der Wächtergottheit des Minamoto-Klans geweiht ist. Dieser Schrein hat eine deutlich andere Atmosphäre als die Tempel Kamakuras. Am Eingang findet sich die gebogene Brücke, die nur für den Shogun und niemand sonst gedacht ist. Er gilt als wichtigster Schrein Kamakuras und hat manches Drama erlebt. Im Schatten eines 1000 Jahre alten Ginko-Baums wurde hier 1219 der junge Shogun Sanetomo von seinem Neffen Kugyo ermordet, als Rache für den ermordeten Onkel Yori-ie - und damit wurde das Geschlecht der Minamotos ausgelöscht. Im Kokuho-kan, dem Nationalen Schatzmuseum ist Kunst zu sehen, die sonst in den Tempeln eingeschlossen ist. Eintritt 150¥, tägl. außer Montag 9-16h.

Vom Hachiman-gu aus läuft man am besten die Parallelstraße zur Hauptstraße mit vielen Geschäften entlang. Dort gibt es auch einen Ghibli-Shop mit allen möglichen Plüschfiguren aus den Ghibli-Filmen.

Egara Ten-jin

Der Egara Ten-jin Schrein ist mit akademischem Erfolg verbunden. Schüler und Studenten schreiben ihre Ziele auf kleine hölzerne Tafeln und hängen sie an den Schrein. Im Garten des Schreins steht ein 900 Jahre alter Ginkobaum. Bus Nr. 6 fährt zu diesem Schrein, man muß an der Tenjin-mae Haltestelle aussteigen.

Zeniarai Benten

Schrein Am Daibutsu-zaka Wanderweg liegt dieser Schrein in einer Grotte. Der Legende nach vermehrt sich im Quellwasser der Grotte gewaschenes Geld auf wundersame Weise.

Daibutsu

Der große Buddha von Kamakura wurde 1252 fertiggestellt und ist die Sehenswürdigkeit in Kamakura. Die Bronzestatue wiegt 121 Tonnen, ist 13,35m hoch und angeblich durch Yoritomos Besuch in Nara inspiriert worden (dort ist eine noch größere Statue). Um zum Buddha zu kommen kann man auch Bus Nr. 2, 7 oder 10 vom Kamakura Bahnhof aus nehmen. Eintritt 150¥, tägl. 7-17:30h.

Daibutsu
Der sitzende Buddha in Kamakura.

Hase-dera

In der Nähe des großen Buddha ist der Hase-dera, auch bekannt als Hase Kannon Tempel. Er hat einen interessanten Garten und eine Sammlung von Jizo Statuen, dem Patron der verstorbenen Kinder. Die interessanteste Statue ist aber der Kannon. Der Kannon ist der Gott der Gnade, der Bodhisattva des unendlichen Mitgefühls und mit Jizo eine der beliebtesten Gottheiten Japans. Die neun Meter hohe juichimen (11 Gesichter) Figur stammt aus dem 8. Jahrhundert. Eintritt 300¥, Oktober bis Februar tägl. 8-16:30h, sonst bis 17:30 Uhr.

Strände

Vom Hase-dera aus sind es nur wenige Minuten bis zum Meer. Mit der Enoden-Bahn gibt es mehrere Haltestellen von denen aus man direkt ans Ufer kommt. Auch ein kleiner Spaziergang die Küste entlang ist möglich.

Enoshima

Ich empfehle sehr, einen Abstecher zur Insel Enoshima zu machen. Man kann mit der Enoden-Linie in weniger als 20 Minuten dort sein, und ein Besuch lohnt sich. Auf der bewaldeten Insel ist ein Schrein der nackten Benten, der Göttin des Glücks, der Liebe und der Schönheit. Vom Bahnhof läuft man über eine lange Brücke auf die Insel. Auf der Insel führt ein Weg den Hügel hoch. Es ist praktisch unmöglich sich zu verlaufen. Unterwegs kann man ein paar Häuser und ein paar Klippen bewundern. Von den Klippen haben sich schon einige Selbstmörder herunter gestürtzt. Außer dem Benten-Schrein kann man oben noch einen Schrein für einen Meeresdrachen sehen. Es gibt einen Spalt im Fels durch den man ihn hören kann. Was man wirklich hört ist die Brandung des Meeres, die unter der Insel in einer Höhle hallt. Am Gipfel der Insel ist eine Aussichtsplattform.

Sehr empfehlenswert ist auch von der Brücke aus ein Stück um die Insel zu laufen. Auf den Felsen sollte man aufpassen, sie sind zum Teil scharfkantig. Man kommt so weit, dass man die Höhle sehen kann, aus der am Schrein die Geräusche zu hören sind.

Für Anime-Fans: Elfen Lied Sehenswürdigkeiten

Der Anime Elfen Lied spielt in Kamakura und die Hintergünde für viele Szenen wurden direkt übernommen. Wer die Serie gut kennt kann an ein paar Stellen deja-vu Erlebnisse haben.

Ich empfehle hierzu Elfen Lied Anime Pilgrimage zu lesen.

Feste

12. Februar Aragyo asketisches buddhistisches Ritual im Chosho-ji.
Mitte April Kamakura-matsuri im Tsurugaoka-Hachiman-gu.
7./9. August Bon-bori-matsuri Papierlaternenfest am Tsurugaoka-Hachiman-gu.
10. August Hanabi taikai Strandfeuerwerk.
16. September Yabusame Tsurugaoka-Hachiman-gu.
18. September Menkake gyoretsu Maskenzug am Goryo-jinja. 21./22. September Takigi No No am Kamakura Schrein.
28. November Benten Festival am Engaku-ji.