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Nara

Nara war Japans erste permanente Hauptstadt. Es wurde 710 gegründet und blieb 75 Jahre lang Hauptstadt. Da ein Priester namens Dokyo fast eine Kaiserin verführt und den Thron an sich gerissen hätte, wurde der Regierungssitz nach Kyoto verlegt. Nara hat einen Gittergrundriß nach chinesischem Vorbild und die ältesten Holzgebäude der Welt. Die heutige Stadt ist nur 1/10 so groß wie das Nara von 710. Am besten besucht man Nara an einem Tag mit gutem Wetter, da die Sehenswürdigkeiten fast alle im Freien liegen. Das Nara City TIC (Tourist Information Center) beim Bahnhof hat die besten Infos.

Anreise

Von Kyoto und Osaka aus mit der Kintetsu-Linie. Von Kyoto aus in 45 Min. mit dem futsuu für 610¥, mit tokkyu 33 Min. (1 000¥). Von Osaka aus mit tokkyu in 30 Min. für 900¥, futsuu in 40 Min. für 530¥.

Sehenswürdigkeiten

Meist sieht man sich Nara in einem Tagesausflug an. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind im Nara Park. Wenn noch Zeit bleibt, kann man den Toshodai-ji und den Yakushi-ji am anderen Stadtende besichtigen oder zum Horyu-ji fahren.

Nara-koen Park

In den 1880ern aus Ödland an den Füßen der Hügel Wakakusa-yama und Kasuga-yama angelegt. Berühmt sind die kleinen Hirsche, die man mit den extra dafür verkauften Keksen füttern kann.

Sarusawa-ike

Sarusawa-ike

Ein sehr schöner Teich mit Pagoden im Hintergrund und echten Schildkröten im Wasser.

Kofuku-ji

710 als Familientempel der Fujiwara hierher verlegt. Der ursprüngliche Komplex hatte 175 Gebäude, durch Katastrophen blieben ein Dutzend. Zwei Pagoden, eine drei- und eine vierstöckige (von 1143 und 1426). Die Nationale Schatzhalle enthält Statuen und Kunstgegenstände, die aus früheren Gebäuden gerettet wurden. 500¥ täglich 9-16:30h.

Nara National Museum (Kokuritsu Hakubutsukan)

Buddhistische Kunst, archäologische Funde im Westflügel, im östlichen Skulpturen, Gemälde und Kalligraphie. 400¥ täglich 9-16:30h.

Kasuga-taisha

Schrein aus dem 8. Jhd. der Fujiwara. Bekannt für die vielen Bronzelaternen. Wurde bis ins letzte Jahrhundert alle zwanzig Jahre abgerissen und wieder neugebaut, wie der berühmte Schrein in Ise.

Nigatsu-do und Sangatsu-do

Zwei Hallen östlich vom Daibutsu. Von 8-16:30h geöffnet. Nigatsu-do hat einen schönen Ausblick über das Becken von Nara (Eintritt frei), Sangatsu-do 400¥.

Todai-ji

Todai-ji

Naras Hauptattraktion. Das größte hölzerne Gebäude auf der Welt beherbergt den Großen Buddha. Früher war es noch größer, heute hat es nur 2/3 der Originalgröße. Davor ist das Nandaimon Tor mit zwei Nio-Wächtern und Schnitzereien aus dem 13. Jhd.4 Daibutsu Halle von 1709, der Buddha wurde 746 hergestellt. Die Statue ist über 16m hoch und aus 437 Tonnen Bronze und 130 kg Gold hergestellt. Die heutige Statue ist nur 2/3 so groß wie früher. 400¥, November - Februar 8-16:30h, März 8-17h, April - September 7:30-17:30h, Oktober 7:30-17h.

Weitere Ziele

Mit den beiden Buslinien 52 und 97 erreicht man noch drei weitere interessante Tempel.

Yakushi-ji

680 von Kaiser Temmu gegründet. Er steht neben der Bahnstation Nishinokyo der Kinki Nippon-Linie. Die dreistöckige Ostpagode (um 698) ist als einzige in ihrer ursprünglichen Form erhalten. In der östlichen Halle (Toindo, 1285) steht die Shokannon Statue aus dem Jahr 600. Es gibt auch einen Stein mit Buddhas Fußspur von 754.

Toshodai-ji

Ca. 759 vom chinesischen Mönch Ganjin gegründet. Haupthalle in chinesischem Stil mit Meisterwerken der Trockenlacktechnik wie Birushana Butsu oder Senju Kannon. Besonders schön sind der Trommelturm und gegenüber der Glockenturm.

Horyu-ji

607 von Prinz Shotoku gegründet. Die Haupthalle ist das älteste Holzgebäude der Welt (17m hoch) und beherbergt kostbare Statuen wie die Shaka-Trinität (623). Neben der Haupthalle steht die fünfstöckige Pagode (um 800). Da sie als Reliquienmonument dient, sind die oberen Stockwerke nicht begehbar. Die Balkonbrüstungen verbergen nur den Dachansatz. In der Pagode sind Buddhafiguren aus Lehm, wie sie nur im 8. Jhd. hergestellt wurden. In die Traumhalle (yumedono) beim Osttor (heutige Form von 1230) soll sich der Prinz zum Meditieren zurückgezogen haben.

Takisaka no michi/Yagyu Kaido Spaziergang

Im TIC bekommt man gute Karten, die bei diesem Weg helfen können. Der Takisaka ist die alte Hauptstraße aus der Yagyu Gegend nach Nara. Der Weg ist meist gepflastert, aber ein guter Teil ist ein einfacher Wanderweg. Zuerst nimmt man einen Bus nach Enjo-ji von Bay 4 von der Kintetsu Nara Station aus. Der Bus braucht etwa 30 Minuten und kostet 520¥. Nun kann man den Tempel besuchen, oder sofort loswandern. Der Wanderweg führt durch den Wald. Es gibt Abzweigungen, aber man hält sich immer Richtung Nara. Nach einem kleinen Dorf kommt man an ein Teehaus. Hier bekommt man Tee gratis, kusamochi Küchlein kosten 130¥. Nachdem man eine Straße überquert hat, gelangt man an ein hölzernes Rasthaus. Von da an folgt man einem Bach. Dies ist der schönste Teil des Weges. Es gibt mehrere kleine Schreine und Buddhas am Weg. Der Weg endet am Shin Yakushi-ji Tempel, von wo aus man mit Bus Nr. 2 zurück zur Stadt fahren kann.

Feste in Nara

15. Januar Yamayaki um 18 Uhr wird das Gras auf dem Wakakusa-yama abgebrannt. Vom Park aus gut zu sehen.
2.-3. Februar Mantoro Laternenfest mit mehr als 3 000 Laternen am Kasuga-jinja.
1.-14. März O-mizu-tori Initiationsfest für die Mönche des Todai-ji.
13. März Kasuga Matsuri Fest mit klassischen Tänzen und Kostümen.
11.-12. Mai Takagi No No Aufführung im Fakelschein am Kofuku-ji und Kasuga-jinja.
14.-15. August Mantoro Laternenfest wie im Februar.Oktober Shika no Tsuno kiri Zeremonie des Geweihabschneidens für die Böcke im Park.
15.-18. Dezember On-matsuri Fest zur Abwehr von Krankheit und Dank für gute Ernte im Wakamiya-jinja.