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Tokyo Zentrum
Kaiserpalast
Das ruhige Herz der Stadt bildet der Kaiserpalast mit seiner Parkanlage. Unweit sind Nihonbashi und die Ginza, das komerzielle Herz, über Hibiya und Yurakucho kommt man nach Kasumigaseki, dem Regierungsviertel.
Yasukuni-jinja Schrein
In diesem Schrein wohnen die kami der gefallenen Soldaten aller Kriege, auch die Verantwortlichen aus dem 2. Weltkrieg. Deshalb sind Besuche von Regierungsmitgliedern, die den kami huldigen, sehr kontrovers. Man erkennt den Schrein an den riesigen Torii (der eiserne ist 25m, der bronzene 22m hoch). Im Ihin-kan nebenan finden sich militärische Relikte wie ein Kamikaze-Bomber. Außen ist eine Lokomotive der berüchtigten Todeseisenbahn entlang am River Kwai ausgestellt.
Kitanomaru-koen
Der Park im Norden an sich ist nicht überwältigend. Dafür sind in ihm das Nationalmuseum für Moderne Kunst und die Budokan Halle. Vom Garten des Kaiserpalastes aus durch das Kitahanebashi-mon Tor nach links. Der Park ist dann auf der rechten Seite. Die Nippon Budokan Halle wurde 1964 zur Olympiade für alle Kampfsportarten erbaut. Das Dach symbolisiert nach Angaben des Architekten Yamada Mamoru den Fuji. Die Giboshi-Spitze hat einen Durchmesser von 5,15m und ist 3,35m hoch. Die Halle wird für Konzerte und Großveranstaltungen benutzt; 1968 traten die Beatles hier auf. Das Nationalmuseum für Moderne Kunst (Kokuritsu Kindai Bijutsu-kan) hat eine Daueraustellung Japanischer Kunst ab der Meiji Zeit. Oft gibt es auch Sonderausstellungen. Der Eintritt beträgt 515¥. Das Museum ist täglich von 10 bis 17 Uhr außer Montags offen. Die Eintrittskarte gilt auch für das Kunsthandwerk-Museum (Kogei-kan), das Keramik, Lackwaren und Puppen ausstellt und die gleichen Öffnungszeiten hat.Der Kaiserpalast ist die Wohnung des Kaisers und seiner Familie. Der Palast selbst ist nur am 2. Januar (Neujahr) und am 23. Dezember (Geburtstag des Kaiser) für die Öffentlichkeit zugänglich, aber man kann den Garten und die Außengebäude sehen. Von dort hat man auch die klassische Ansicht der Niju-bashi Brücke mit dem Palast. Der heutige Palast wurde 1968 fertiggestellt und ersetzte die Reste des im zweiten Weltkrieg zerstörten Palastes von 1888. Früher lag hier die Burg von Edo, welche die größte Burg auf der ganzen Welt war und von der bis auf einige massive Mauern und Gräben nichts erhalten ist. Der Garten liegt im Herzen der alten Burg. Er ist von 9 bis 16 Uhr offen (bis 15 Uhr Eintritt möglich) und Montags und Freitags geschlossen. Eintritt frei.
Zugänge: Durch das Ote-mon Tor an der U-Bahn Otemachi von Süden, das Hirakawa-mon U-Bahn Takebashi oder das Kitahanebashi-mon von Norden. Die letzte Variante hat den Vorteil, das man den Kitanomaru Park mit der Budokan und seinen Museen mitnehmen kann. Im Ninomaru Garten stehen die charakteristischen Bäume der 47 Präfekturen Japans. Hier steht auch das Teehaus Suwa-no-chaya aus dem 19. Jahrhundert. Jenseits des Teegartens ist eine Gruppe von Bäumen, an deren Stelle 1701 der Fürst Asano von Fürst Kira Kozukennosuke derart provoziert wurde, dass er sein Schwert zog und weil dies am Hof des Shogun verboten war noch am selben Tag Selbstmord begehen mußte. 47 Samurai hielten ihm jedoch die Treue und rächten seinen Tod. Am Ende mußten jedoch auch sie Selbstmord begehen, obwohl das Volk auf ihrer Seite war. Ihr Grab liegt in Asakusa. Weiter steht hier der Fujimi-yagura Turm von 1659, der nach dem großen Brand wieder aufgebaut wurde.
Im Innern des Sakurada-mon im Süden wurde 1860 der Minister Ii Naosuke in einem Versuch das Shogunat zu stürzen ermordet.
Nihonbashi
Nihonbashi ist neben Shinjuku das Geschäftszentrum Tokyos. Es hat allerdings keine großen Augenweiden aufzuweisen. In der Mitte ist der Bahnhof, Ausgangspunkt für den Shinkansen. Der Bahnhof von Tokyo ist in zwei “Seiten” geteilt. Die Marunouchi-Seite wird durch das rote Backsteingebäude von 1914 charakterisiert, dem der Amsterdamer Bahnhof Pate stand. Die Yaesu-Seite prägt ein modernes Kaufhaus. Auf der Marunouchi-Seite findet man auch das Marunouchi Bldg., das mit seiner kubischen Form eines der bekanntesten Gebäude der Gegend ist. Zur Mittagszeit bekommt man in den Passagen günstige Angebote, da viele Angestellte hier essen gehen. Nihonbashi Die Nihonbashi-Brücke wurde 1603 als Holzbrücke erbaut und war der Ausgangspunkt der Tokaido-Straße Richtung Kyoto. In der Edo-Zeit war sie symbolischer Mittelpunkt Japans. 1911 wurde sie aus Stein und Metall neu gebaut, doch heute stellen sie die Hochstraßen in den Schatten. Hinter der Brücke steht neben dem Juwelier Tagawa ein Denkmal für den Lotsen Will Adams, auf japanisch Miura Anjin, der als Schiffbrüchiger 1600 über Kyushu an den Hof Ieyasus kam und sogar Daimyo wurde. Er wurde im Westen durch den Roman “Shogun” von James Clavell berühmt.
Drachenmuseum
Südlich der Brücke steht das Tokyu-Kaufhaus und direkt dahinter das sehenswerte Drachenmuseum (Tako no Hakubutsukan) mit 4 000 Papierdrachen. Teimeikan Bldg., 5F, 1-12-10 Nihonbashi. Eintritt 300¥, offen von 11 bis 17 Uhr, Sonntags geschlossen.
Ginza
Die Ginza ist das stilvolle Geschäftszentrum von Tokyo. 1612 wurde die Münze der Tokugawa hierher verlegt, daher rührt der Name (gin = Silber und za = Sitz). Nach einem Brand wurde sie 1872 von dem brit. Architekten Josiah Conder neu aufgebaut. So wurde die Ginza zum Geschäftsviertel und einem Zentrum abendlichen Vergnügens. Viele bekannte Firmen residieren in der Ginza. Sie ist voll von Galerien und guten Restaurants. Zwar gilt sie unter jungen Leuten als zu teuer und konservativ, doch sie kann auf ihr Niveau stolz sein. Chuo-dori An der Chuo-dori sind von Norden her das Playguide Bldg. und die vielen Läden sehenswert. Südlich der Harumi-dori kann man Matsuzakaya (Kaufhaus) und die Sapporo Beer Hall bewundern.
Harumi-dori
Die bekannteste Straße der Ginza verläuft von Nordwesten nach Südosten. Hier finden sich die Hauptsehenswürdigkeiten. Beim JR-Bahnhof Yurakucho sollte man sich den Einkaufskomplex Yurakucho Mullion ansehen. Südlich des Bahnhofs ist die Shopping Arkade (zwischen Hankyu und New Tokyo), in der man nach Souvenirs suchen kann. Hier gibt es z.B. Nachdrucke von Ukiyo-e. Weiter lohnen das Sony Gebäude und das San-Ai Bldg., ein Glaszylinder, der 12 Stockwerke hoch ist. An dessen Seite findet sich der Laden Kyukyodo mit ausgezeichneten Papierprodukten und Pinseln, die Zentrale des Kosmetikkonzerns Shiseido, die Kaufhäuser Wako, Mitsukoshi und der Ginza Core mit dem Weihrauchgeschäft Koju (4F), gleich daneben das Nihonshu Center, in dem die Sakeherstellung erklärt wird. Gegen einen geringen Betrag kann man hier auch verschiedene Sorten kosten. Dann erreicht man das Kabuki Theater.
Kabuki-za
Hinter der interessanten Fassade verbirgt sich das Kabuki Theater. Wenn eine ganze Vorstellung für den Anfang ein bißchen viel ist, kann man hier Karten für Teile einer Vorstellung bekommen. Vorstellungen finden zweimal täglich statt (meist um 11:30 Uhr und um 16:30 Uhr). Eine Karte kostet je nach Sitzplatz zwischen 2 000¥ und 14 000¥. Die Karten für Teilvorstellungen kosten nur zwischen 700¥ und 1 400¥. Dafür kann man dann aber nur aus dem vierten Stock zuschauen. Es ist nicht möglich am selben Tag zu buchen, also rechtzeitig die Karten kaufen.
Galerien
Die Ginza beherbergt über 300 Galerien, von denen viele keinen Eintritt verlangen. Besonders sehenswert sind auch die Foto Galerien von Nikon, Contax und Canon. Die Nikon Galerie ist im 3. Stock des Matsushima Gankyoten Gebäudes gegenüber dem Matsuya Kaufhaus und ist von Dienstag bis Sonntag von 10-18 Uhr geöffnet (Eintritt frei). Die Contax Galerie ist im 5. Stock im Gebäude neben dem Sanai Bldg. auf der Chuo-dori. Geöffnet von Dienstag bis Sonntag von 10:30-19 Uhr (frei). Das Canon Photo House ist in einer Seitenstraße zwischen Chuo-dori und Showa-dori und ist von 10-18 Uhr täglich außer So geöffnet (Eintritt frei).
Kasumigaseki
Im Süden des Kaiserpalastes liegt Kasumigaseki, das Regierungsviertel. Besonders sehenswert ist das Justizministerium in seinem roten Backsteinbau aus der Meiji-Zeit und das Parlament. Weiter sind hier das Polizeipräsidium, die Transport- und Bauministerien, das Außenministerium und das MITI (Handel und Industrie). In den Untergeschossen des Ministeriums für Land-, Forstwirtschaft und Fischerei kann man auch günstig Essen gehen. Parlament Nach 17 Jahren Bauzeit wurde das Parlament (Kokkaigijido) 1937 fertiggestellt. Hier kommen die 252 Berater und die 511 Mitglieder des Parlaments zusammen. Im Gebäude sind 5 522 Tonnen an Stahlstäben verbaut, die aneinandergereiht von Tokyo bis Honolulu reichen würden. Würde man die 377 926 Granit- und Marmorplatten, des Gebäudes aufeinanderstapeln, so wäre das Ergebnis 30 Mal höher als der Fuji mit seinen 3 776m.